Aultmore

Herkunft: United Kingdom/ Schottland/ Speyside

Nördlich von Keith in der Grafschaft Banff in der Whisky-Region Speyside liegt die Aultmore Destillerie. Der Name leitet sich ab von der gälischen Bezeichnung An t-Allt Mòr, zu Deutsch in etwa „großer Fluss“ und bezieht sich auf den Auchinderran, von dem Aultmore Wasser und zunächst auch Energie in Form eines Wasserrades bezog, wobei dieses nach Inbetriebnahme der Brennerei bald gegen eine Dampfmaschine ausgetauscht wurde.
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Aultmore

Nördlich von Keith in der Grafschaft Banff in der Whisky-Region Speyside liegt die Aultmore Destillerie. Der Name leitet sich ab von der gälischen Bezeichnung An t-Allt Mòr, zu Deutsch in etwa „großer Fluss“ und bezieht sich auf den Auchinderran, von dem Aultmore Wasser und zunächst auch Energie in Form eines Wasserrades bezog, wobei dieses nach Inbetriebnahme der Brennerei bald gegen eine Dampfmaschine ausgetauscht wurde.
Entstanden ist Aultmore im Zuge des Whisky-Booms Ende des 19. Jahrhunderts, und gehört mit beispielsweise Ardmore, Balvenie, Bruichladdich, Bunnahabhain, Dalwhinnie, Glenfiddich oder Tomatin zu der Handvoll Brennereien, die bis in die heutige Zeit überlebt haben. Alexander Edward baute die Brennerei 1895/1896, 1897 wurde dort bereits der erste Whisky gebrannt. Edward besaß zu dieser Zeit bereits Benrinnes, 1898 kam noch Oban hinzu. 1898 bereits erweiterte man im Zusammenhang mit der hohen Nachfrage nach Whisky bereits ein erstes Mal die Produktionskapazitäten. Zu dieser Zeit erwarben auch „Pattison & Co.“ einiges an Anteilen von Aultmore, gingen kurze Zeit später allerdings Pleite und stürzten in Folge nicht nur Aultmore, sondern die gesamte die Whisky-Branche in eine tiefe Krise. Der Whisky-Absatz brach massiv ein, eine ganze Reihe Brennereien musste die Pforten schließen, unter anderem auch Aultmore. 1903/1904 ging die Brennerei für eine kurze Zeit erneut in Betrieb, musste aber im Zuge des ersten Weltkrieges und der daraus resultierenden Ressourcen-Knappheit erneut schließen.
1923 kauften „John Dewar & Sons“ die Brennerei, bereits 1925 assoziierten Diese sich mit der „Distillers Company Ltd.“, DCL, 1930 ging Aultmore dann an die „Scottish Malt Distillers“, SMD. Es folgte eine vergleichsweise ruhige Zeit bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts hinein.
In den 1950er Jahren begann man als eine der ersten Destillerien, die Brenn-Abfälle als Viehfutter aufzubereiten und zu verkaufen. 1968 schloss man in Vorbereitung für umfassende Renovierungsarbeiten die eigenen Malzböden, 1969 wurde Aultmore vollständig elektrifiziert. 1970 dann riss man sämtliche Original-Gebäude ab und erweiterte die Brennerei gleichzeitig um zwei Brennblasen, womit sich die Produktionskapazität auf heute 2,9 Mio L Alkohol pro Jahr verdoppelte. Im darauffolgenden Jahr 1971 verkaufte man Aultmore an die „United Distillers“, unter deren Eignerschaft 1991 mit dem zwölfjährigen Aultmore die erste offizielle Originalabfüllung in der Reihe „Flora & Fauna“ erschien, 1993 folgte die Abfüllung eines 21-jährigen Aultmore in der Reihe „United Distillers Rare Malts“. Als die „United Distillers Ltd.“ 1996 mit „Grand Metropolitan“ fusionierte, musste das daraus entstandene „Diageo“ aus Kartell-rechtlichen Gründen „Dewar‘s & Sons“ inklusive der vier Brennereien Aberfeldy, Aultmore, Craigellachie und Royal Brackla verkaufen, und so gingen „Dewar‘s & Sons“ mit den vier oben genannten Brennereien und dem „Bombay Sapphire Gin“ 1998 an den „Bacardi“-Konzern.
Heute werden mit vier Brennblasen jährlich knapp drei Mio L Alkohol produziert, das Meiste davon findet in den „Dewar‘s Blends“ Verwendung. Dazu besitzt Aultmore seit der zweiten Erweiterung 1970 eine Porteus Getreidemühle, die gemälzte Gerste wird - wie bei den meisten von Dewar‘s Brennereien - zu 70 % Schrot, 20 % Hülsen und 10 % Mehl gemahlen. Dazu kommen ein Maischbottich und sechs Gärbottiche aus Lärchenholz, das Wasser für die Produktion stammt aus dem Auchenderran und dem Ryeriggs Burn. Im Zuge der Neuzuordnung zu „Bacardi“ riss man die Lagerhäuser vor Ort ab, seitdem wird der in Aultmore gebrannte Whisky zur neuen Anlage in Happendon-Pontiel in der Grafschaft South Lanark in die große Lagerhaltung, in der alle Whiskies aus den Brennereien in Besitz von „Bacardi“ bzw. assoziiert zu „Dewar‘s & Sons“ gelagert werden, gebracht. Dort findet sich in 18 Lagerhäusern Platz für 70.000 bis 80.000 Fass Whisky. Seit 2008 wird sieben Tage pro Woche produziert, 2014 erschienen drei neue Originalabfüllungen, alle mit einem Alkoholgehalt von 46 Vol%: Die Neuauflage des zwölfjährigen Aultmore, ein 21-jähriger Aultmore für den Reisehandel und eine Premium-Abfüllung eines 25-jährigen Aultmore. 2015 folgte schließlich noch ein 18-jähriger Aultmore.