Longmorn

Herkunft: UK (Schottland)/ Speyside

Die Longmorn Destillerie wurde 1893 erbaut und geht zurück auf eine der schillerndsten Persönlichkeiten, die damals die sich gerade etablierende Whisky-Branche mitgestalteten (Dank des „Excise Act“, der ab 1823 das Brennen von Alkohol in Schottland legalisierte): John Duff. Geboren in Aberchirder, arbeitete er bei Glendronach und baute nach der Gründung der „John Duff & Co.“ 1876 die Glenlossie Destillerie nahe Elgin, die er innerhalb kürzester Zeit fertig... ... >> weiterlesen


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Longmorn
The Distiller`s Choice
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Longmorn

Die Longmorn Destillerie wurde 1893 erbaut und geht zurück auf eine der schillerndsten Persönlichkeiten, die damals die sich gerade etablierende Whisky-Branche mitgestalteten (Dank des „Excise Act“, der ab 1823 das Brennen von Alkohol in Schottland legalisierte): John Duff. Geboren in Aberchirder, arbeitete er bei Glendronach und baute nach der Gründung der „John Duff & Co.“ 1876 die Glenlossie Destillerie nahe Elgin, die er innerhalb kürzester Zeit fertiggestellt und erfolgreich in Betrieb nahm. Nach zehn Jahren Arbeit mit Glenlossie emigrierte die gesamte Familie Duff auf der Suche nach neuen Herausforderungen schließlich nach Südafrika, um dort in Transvaal eine allererste, südafrikanische Malt Whisky Destillerie aufzubauen. Pläne, die der damalige anti-britische Präsident Paul Kruger nicht unterstützte, und Duff dort mit seinem Vorhaben scheiterte. In Folge dieses Scheiterns in Südafrika zog die Familie weiter in die Vereinigten Staaten von Amerika, ebenfalls mit dem Ziel, in der Whiskey-Produktion Fuß zu fassen. Doch auch dort war die sich gerade etablierende Whiskey-Branche wenig begeistert von einem –noch dazu britischen- Mitkonkurrenten, und so kehrte John Duff 1892 schließlich nach Schottland zurück und begann, in der Bon Accord Destillerie in Aberdeen als Manager zu arbeiten. Als Bon Accord (1896 umbenannt in North of Scotland) 1910 abbrannte und 1914 schließlich endgültig geschlossen wurde, war John Duff längst weitergezogen und hatte die Longmorn Destillerie gegründet.
Die eigentliche Geschichte Longmorns beginnt also gegen Ende des 19. Jahrhunderts, als John Duff gemeinsam mit Charles Shirres und George Thomas 1893 anfing, die Longmorn Destillerie zu errichten. Der Name „Longmorn“ geht zurück auf den Missionar „Maernanaog“, der im siebten Jahrhundert das Christentum nach Moray brachte. Ihm zu Ehren errichtete man kurz hinter Elgin eine Kirche, die „Lann Marnoch“, aus der mit den Jahrhunderten „Longmorn“ wurde. Vier Jahre nach Baubeginn kaufte John Duff 1897 seine Geschäftspartner aus der Untenrehmung und gründete offiziell die Longmorn Destillerie. Derselbe John Duff war es, der nur ein paar Meter weiter eine zweite Destillerie, genannt Longmorn Nummer 2, erbauen ließ. Aus dieser Longmorn Nummer 2 wurde später die BenRiach Destillerie.
1909 ging Duff im Zuge der Pleite des Whisky-Großhändlers „Pattinson, Elder und Co.“ selbst Bankrott, seine Anteile an der Longmorn Destillerie übernahm James R. Grant.
Trivia am Rande: 1920 arbeitete und lernte einer der späteren Väter des japanischen Whiskies und Gründer von Nikka, Masataka Taketsuru eine gewisse Zeit bei Longmorn.
1970 fusionierten die Familie Grant und der Whisky Blender „Hill Thompson“ mit der „The Genlivet & Glen Grant Distillerie Ltd.“, aus der die „The Glenlivet Distilleries Ltd.“ entstanden. 1978 erwarben „Seagram“ die „The Glenlivet Distilleries Ltd.“, 2001 kaufte „Pernod Ricard“ das Whisky-Portfolio „Seagrams“, womit Longmorn heute unter der Verwaltung der „Chivas Brothers“ zu „Pernod Ricard“ gehört.
Das Wasser für Longmorns Betrieb stammt aus in der Umgebung liegenden Quellen, bis 1967 verwendete man Torf vom Mannoch Hill und stieg dann um auf Torf aus New Pitsligo (Northern Peat and Moss Litter). Zu dieser Zeit beendete „British Railways“ auch die direkte Eisenbahn-Anbindung der Brennerei, so dass der An- und Abtransport sämtlicher Waren seit dieser Zeit mit dem LKW abgewickelt wird. Longmorn besaß initial lediglich zwei Brennblasen, 1972 wurde die Anzahl der Brennblasen dann von zwei auf vier erhöht und man stieg für die Feinbrandblasen von der direkten Befeuerung auf indirekte Erhitzung mittels Dampf um. 1974 erhöhte man ein weiteres Mal, von vier auf acht (zwiebelförmige) Brennblasen, die man vier und vier auf das alte Brennhaus und das umgebaute Abfüll-Haus verteilte. 1994 endete die Ära der direkten Kohle-Befeuerung, als man auch für die vier Rohbrandblasen ebenfalls die Dampf-Beheizung einführte. Die hauseigene Tennenmälzerei Longmorns war bis 1970 in Betrieb, als man sie in einen Kessel-Raum umbaute, damit bezog man die gemälzte Gerste aus Longmorn 2 bzw. BenRiach, bis deren Tennenmälzerei 1999 ebenfalls schloss. Die Ausstattung komplettieren ein Maischbottich und zehn Edelstahl-Gärbottiche, sowie sechs ursprüngliche Lagerhäuser vom Dunnage-Typ, wobei das Meiste des in Longmorn gebrannten Whiskies nach Keith abtransportiert wird und nur ein kleiner Teil vor Ort lagert. 2012 fanden die letzten größeren Renovierungsarbeiten statt und Longmorn erhielt ein weiteres Sud-Haus, so dass die Kapazität aktuell (Juni 2017) bei 4,5 Mio L Alkohol jährlich liegt. Das Meiste fließt auch bei Longmorn ein in die verschiedenen Blends „Pernod Ricards“, hier sei vor allem der „Chivas Regal“ erwähnt, aber auch der „Royal Salute“ oder der „Queen Anne“.
Als Single Malt in Original-Abfüllung ist der Longmorn seit 2007 als 16-jähriger mit kräftigen 48 Vol% Alkoholgehalt erhältlich. Darüber hinaus gibt es immer wieder limitierte Einzelfass-Abfüllungen, die im Besucherzentrum von Glenlivet erhältlich sind und einige Abfüllungen Unabhängiger, so beispielsweise von „Gordon & MacPhail“, „Signatory“ oder „Wemyss“.