Glenlossie

Herkunft: England/ Schottland (Speyside)

John Duff, eine der schillerndsten Personen der damaligen Whisky-Branche, vormals Manager von Glendronach, Besitzer und Betreiber des „Fife Arms Inn“ in Lhanbryde am Moray Firth und nach Umwegen über Südafrika und die USA späterer Begründer der Longmorn Brennerei, rief 1876 mit seinen beiden Geschäftspartnern, dem ortsansässigen Staatsanwalt und dem ortsansässigen Landvermesser die „John Duff & Co.“ ins Leben. Noch im selben Jahr etablierten... ... >> weiterlesen


Glenlossie

John Duff, eine der schillerndsten Personen der damaligen Whisky-Branche, vormals Manager von Glendronach, Besitzer und Betreiber des „Fife Arms Inn“ in Lhanbryde am Moray Firth und nach Umwegen über Südafrika und die USA späterer Begründer der Longmorn Brennerei, rief 1876 mit seinen beiden Geschäftspartnern, dem ortsansässigen Staatsanwalt und dem ortsansässigen Landvermesser die „John Duff & Co.“ ins Leben. Noch im selben Jahr etablierten die Drei die Glenlossie Destillerie, südlich von Elgin im Dorf Thomshill gelegen.
Nach knapp zehn Jahren erfolgreichen Betriebs der Glenlossie Destillerie entschied Duff, mit seiner Frau und seinen drei Töchtern nach Südafrika zu emigrieren und in Transvaal die allererste Destillerie Südafrikas zu etablieren. Seine Pläne scheiterten allerdings bald an der Anti-Britischen Einstellung des damaligen Südafrikanischen Staatschefs Paul Kruger. Von Südafrika aus ging es weiter in die USA, die Pläne Duffs vergleichbar. Doch auch dort war die ortsansässige Whiskey-Gemeinde wenig begeistert von Duff, und so kehrte er 1892 mit seiner Familie zurück nach Schottland. Dort fand er Arbeit als Manager der Bon Accord (der späteren North of Scotland) Brennerei in Aberdeen.
Doch Duffs Unternehmergeist und Gespür für Investitionen in der Whisky-Branche führten ihn ab 1894 in eine Geschäftspartnerschaft mit Geroge Thomson und Charles Shirres. Die Drei gründeten in Folge die „Longmorn Distillery Company“. 1896 ging das Management Glenlossies nach Duffs Ausscheiden an Henry MacKay. Longmorns Whisky wurde sehr schnell bei den Whisky Blendern sehr populär, und Duff kaufte seine beiden Partner aus der Beteiligung an Longmorn heraus, und begann darüber hinaus, in den Bau einer weiteren Brennerei, Longmorn 2 (später bekannt unter BenRiach) zu investieren. Kurz darauf platzte mit der „Pattison Crisis“ die Whisky-Blase, und Duff ging Pleite.
1919 dann übernahm die „Distillers Company Ltd“ Glenlossie, bis zehn Jahre später nach einem Großbrand dort die „Scottish Malt Distillers“ 1930 Glenlossie kauften. Damit ist auch Glenlossie heute Teil des „Diageo“-Konzerns. 1962 erweiterte man die Brennkapazität von vier auf insgesamt sechs Brennblasen und stieg von der direkten Kohle-Befeuerung auf die indirekte Beheizung mittels Dampf um. Kurz darauf, 1971, wurde dann Mannochmore an selber Stelle aufgebaut und eine Viehfutter-Fabrik angelegt, um die Gär- und Brenn-Rückstände beider Brennereien weiterverarbeiten zu können. Seit der Inbetriebnahme Mannochmores teilen sich die beiden Brennereien die Lagerhäuser und bis 2007 sogar die Angestellten; sechs Monate wurde in Mannochmore gebrannt, die anderen sechs Monate in Glenlossie.
Mit dem allgemeinen Anstieg der Whisky-Nachfrage bekamen schließlich beide Brennereien ihre eigenen Angestellten und können seitdem parallel betrieben werden, Glenlossie dabei mit einer Kapazität von 2,1 Mio L Alkohol pro Jahr. Glenlossie besitzt sechs birnenförmige Brennblasen, wobei die Feinbrandblasen mit Rückfluss-Kugeln ausgestattet sind, einer Art Miniatur-Kondensator, der während des Brennvorgangs einen gewissen Anteil der Alkoholdämpfe wieder nach unten, und damit einer erneuten Destillation zuführt, einen Maischbottich aus Edelstahl und acht Gärbottiche aus Lärchenholz. Das Wasser für den Brennbetrieb stammt aus dem Bardon Burn, die gemälzte Gerste bezieht man von den „Burghead Maltings“ aus dem nahegelegenen Elgin.
Auf dem Gelände stehen zehn traditionelle Dunnage-Lagerhäuser, die insgesamt um die 200.000 Fass Whisky beherbergen, allerdings bei Weitem nicht nur Mannochmore und Glenlossie, sondern eine Vielzahl Whiskies aus anderen Destillerien „Diageos“. Echte Original-Abfüllungen gibt es keine, es sind lediglich die seit 1990 existierende Abfüllung eines zehnjährigen Glenlossie in „Diageos“ Reihe „Flora & Fauna“ (43 Vol%) und ein „Glenlossie Manager’s Dram“ (55,5 Vol%) erhältlich.