Ledaig

Herkunft: England/ Schottland (Mull)

Eine Destillerie dieses Namens, das sei vorweggenommen, existiert heute nicht mehr.
Woher stammt dann der Ledaig Whisky?
Die Geschichte des Ledaig ist untrennbar verbunden mit der Geschichte des Tobermory Whisky aus der gleichnamigen Brennerei im Städtchen Tobermory auf der Isle of Mull, einer der Inneren Hebriden vor der Westküste Schottlands, nördlich von Jura und Islay gelegen. Tatsächlich wurde die heute unter dem Namen Tobermory bekannte Brennerei 1798 von einem John... ... >> weiterlesen


Ledaig

Eine Destillerie dieses Namens, das sei vorweggenommen, existiert heute nicht mehr.
Woher stammt dann der Ledaig Whisky?
Die Geschichte des Ledaig ist untrennbar verbunden mit der Geschichte des Tobermory Whisky aus der gleichnamigen Brennerei im Städtchen Tobermory auf der Isle of Mull, einer der Inneren Hebriden vor der Westküste Schottlands, nördlich von Jura und Islay gelegen. Tatsächlich wurde die heute unter dem Namen Tobermory bekannte Brennerei 1798 von einem John Sinclair ursprünglich unter dem Namen Ledaig gegründet. Damit ist die Ledaig und heutige Tobermory Destillerie eine der wenigen Brennereien, die vor dem „Excise Act“ von 1823, der seinerzeit die Herstellung von Whisky legalisierte, gegründet worden war. 1837 allerdings schloss man die Destillerie bereits wieder und nahm die Produktion erst 1878 wieder auf. 1890 dann kaufte die „John Hopkins & Co.“ Die Brennerei, die wiederum 1916 von der „Distillers Company Ltd., DCL“ aufgekauft wurden. 1930 folgte dann die zweite Stilllegung Tobermorys, wobei während der mehr als vier Jahrzehnte Schließung die Gebäude immerhin als Kraftwerk genutzt wurden und deshalb erhalten geblieben sind. Erst 1972 nahm sich eine neu entstandene Gesellschaft, bestehend aus einem Liverpooler Schiffsbauer und der Spanischen „Domecq Sherry“ der ungenutzten Brennerei an und nahm sie unter ihrem alten Namen Ledaig wieder in Betrieb. 1975 ging die noch junge Firma bereits pleite, und Ledaig wurde erneut geschlossen, diesmal allerdings für verhältnismäßig kurze drei Jahre, bis 1978 ein Grundstücksmakler aus Yorkshire, die “Kirkleavington Property Co.“ die Destillerie erwarb und die „Tobermory Distillers Limited“ gründete, um die Brennerei tatsächlich auch betreiben zu können. Seit dieser Zeit trägt die Brennerei den Namen Tobermory. Ein Teil der Destillerie-Gebäude wurde mit der Zeit in Wohnungen umgewandelt und vermietet, ein anderer Teil wurde als Käse-Lager genutzt. Der Betrieb der Destillerie stand weiterhin unter keinem guten Stern, und so wurde Tobermory zwischen 1982 und 1989 erneut geschlossen, bis nach der Inbetriebnahme 1993 die „Burn Stewart Distillers“ die Brennerei inklusive ihrer Altbestände für günstige 600,000 GBP erstand. 2002 gingen „Burn Stewart Distillers“ an die „CL Financial” aus Trinidad und Tobago, 2013 schließlich an die südafrikanische “Distell Group Limited“, der heute auch die Deanston Destillerie gehört.
Heute steht der Name Tobermory für den ungetorften Whisky der Brennerei, unter der Bezeichnung Ledaig werden die (leicht) getorften Tropfen abgefüllt.
Gebrannt wird in Tobermory mit zwei Wash und zwei Spirit Stills, das Wasser stammt aus dem Loch Mishnish, die gemälzte Gerste von den „Port Ellen Maltings“. Nachdem der Whisky auf Mull gebrannt wurde, wird er in der Deanston Destillerie in Fässer abgefüllt und dort gelagert. Das Meiste des in Tobermory produzierten Whiskies fließt ein in die Blends „Scottish Leader” und “Black Bottle“.
Das offizielle Portfolio umfasst heute einen Zehn- und einen 18-jähigen Ledaig mit jeweils kräftigen 46,3 Vol% Alkoholgehalt. Der Tobermoy Whisky ist erhältlich als zehn- und 15-jähriger Whisky, ebenfalls mit jeweils kräftigen 46,3 Vol% Alkohol, dazu gibt es noch eine 20-jährige, nicht kühlfiltrierte Abfüllung mit starken 58,2 Vol% Alkoholgehalt. Darüber hinaus existieren von sowohl Ledaig als auch Tobermory eine ganze Reihe Abfüllungen Unabhängiger.