Royal Lochnagar

Herkunft: United Kingdom/ Schottland/ Eastern Highlands

2 km den Dee flussabwärts, ganz in der Nähe des Balmoral Castle, das seit den Zeiten Königin Victorias als Sommersitz der britischen Königsfamilie bekannt ist, liegt auf der Abergeldie Estate in der Grafschaft Aberdeen die Royal Lochnagar Destillerie.
Bereits 1823, als die Verbrauchssteuer (bekannt unter „Excise Act“) in Kraft trat, die das Brennen von Whisky legalisierte, hatte ein James Robertson in Glen Feardan eine Brennerei an den nördlichen Ufern des Dee ... ... >> weiterlesen


Royal Lochnagar

2 km den Dee flussabwärts, ganz in der Nähe des Balmoral Castle, das seit den Zeiten Königin Victorias als Sommersitz der britischen Königsfamilie bekannt ist, liegt auf der Abergeldie Estate in der Grafschaft Aberdeen die Royal Lochnagar Destillerie.
Bereits 1823, als die Verbrauchssteuer (bekannt unter „Excise Act“) in Kraft trat, die das Brennen von Whisky legalisierte, hatte ein James Robertson in Glen Feardan eine Brennerei an den nördlichen Ufern des Dee errichtet, die allerdings 1824 unter mysteriösen Umständen abbrannte. Daraufhin errichtete er eine zweite Brennerei am Fuß des Berges Lochnagar, die 1841 erneut ein Raub der Flammen wurde. Ab 1845 dann baute John die dritte Lochnagar Destillerie am Südufer des Dee auf. Als Königin Victoria drei Jahre später, 1848 das nahegelegene Balmoral Castle erwarb, sprach John Begg ihrem Ehemann Prinz Albert noch im selben Jahr eine Einladung für die Destillerie aus, der ein Besuch Victoria, Alberts und ihrer Kinder in Lochnagar folgte. Sehr angetan von der Gastfreundschaft Beggs und dem angebotenen Whisky, erhielt Lochnagar nach dieser Begegnung per königlichem Dekret den Status des königlichen Hoflieferanten und durfte von diesem Moment an das Präfix „Royal“ im Namen tragen.
Nach dem Tode Beggs ging die Brennerei 1882 an Henry Farquharson Begg, dessen Kinder Royal Lochnagar 1906 renovierten und modernisierten. Als Albert, der Enkel und einzige Nachfahre John Beggs verstarb, kauften 1916 „John Dewar & Sons“ Royal Lochnagar. 1925 dann fusionierten „John Dewar & Sons“ mit der „Distillers Company Ltd.“, ab 1930 dann unter „Scottish Malt Distillers Ltd.“, SMD firmierend, die Royal Lochnagar sehr erfolgreich verwalteten, denn SMD hielt die Brennerei ohne Schließungsperioden mit Ausnahme der Zeit des zweiten Weltkrieges bis zur ersten, größeren Renovierungsphase 1963 am Laufen. Nach diesen umfangreicheren Umbauten Anfang der 1960er Jahre betrieb man Royal Lochnagar mit einem gusseisernen Maischbottich sowie zwei Gärbottichen aus Oregon Pinie und einem Gärbottich aus schottischer Lärche.
Zu Anfang besaß die Brennerei auch eine eigene Mälzerei, die aber im Lauf der Zeit aufgegeben und in ein zusätzliches Lagerhaus für weitere etwa 1000 Fass Whisky umgebaut wurde. Die Brennerei ist mit einer jährlichen Produktion von etwa 450.000 L vergleichsweise klein, und die Kleinste im Portfolio „Diageos“, in deren Besitz sie sich heute befindet.
Der frisch gebrannte Whisky wird vor Ort abgefüllt, etwa 1000 Fass lagern in Lochnagar selbst, der Rest wird nach Glenlossie gebracht. Das Meiste des Royal Lochnagar Whisky findet Verwendung im „Johnnie Walker Black Label“, „Johnnie Walker Blue Label“ und im „Dimple“. Seit 2005 ist der Royal Lochnagar Whisky auch Bestandteil von „Diageos“ „Classic Malts of Scotland“ Reihe, entsprechend gibt es seit 2008 –wie für alle Whiskies dieser Reihe üblich – eine Destillerie-Abfüllung, die ihre abschließende Reifung in ehemaligen Moscatel-Fässern erhielt. Darüber hinaus gibt es einen zwölfjährigen Royal Lochnagar Single Malt (40 Vol%) und einen „Royal Lochnagar Selected Reserve“, der zu Zeiten, als es sich dabei um einen zu 100 % in ehemaligen Sherry-Fässern gelagerten Whisky ohne Altersangabe handelte, der teuerste Single Malt in „Diageos“ Portfolio war. Auch von unabhängigen Abfüllern gibt es immer wieder vereinzelt Abfüllungen, so z.B. von „Signatory“ oder „Douglas Laing“.