Clynelish

Herkunft: UK (Schottland)/ Schottland (Northern Highlands)

Clynelish liegt an der nordöstlichen Küste Schottlands in den Northern Highlands der Grafschaft Sutherland in der kleinen Ortschaft Brora.

Gegründet wurde die Destillerie 1819 von George Granville Leveson-Gower, dem Marquis von Stafford, und später ersten Duke of Sutherland. Ein politisch sehr aktiver Mann, galt Leveson-Gower im 19. Jahrhundert nicht nur als reichster Brite, sondern ging gerade in die schottischen Geschichtsbücher vor allem durch seine ... ... >> weiterlesen


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Clynelish

Clynelish liegt an der nordöstlichen Küste Schottlands in den Northern Highlands der Grafschaft Sutherland in der kleinen Ortschaft Brora.

Gegründet wurde die Destillerie 1819 von George Granville Leveson-Gower, dem Marquis von Stafford, und später ersten Duke of Sutherland. Ein politisch sehr aktiver Mann, galt Leveson-Gower im 19. Jahrhundert nicht nur als reichster Brite, sondern ging gerade in die schottischen Geschichtsbücher vor allem durch seine Rolle in der Frühphase der Highland Clearances ein. Dabei wurden die seit Jahrhunderten in Sutherland ansässigen Bauern von den vor allem großen Ländereien seiner Frau aus ihren Farmen vertrieben, um Platz für deutlich lukrativere Geschäfte zu machen, darunter viel Schafzucht. Einige der Farmer wurden in die „Neue Welt“ verschifft, andere in den Süden in die Gegend zwischen Glasgow und Edinburgh umgesiedelt, ein Teil blieb und arbeitete für die neuen Unternehmen ihres Landherren. Im Falle von Leveson-Gower waren es Bergbau, eine Ziegelfabrik, Webereien und eben die Clynelish Destillerie. Damit gehört Clynelish, ähnlich wie Talisker auf der Insel Skye, zu den sog. Clearance Distilleries.

Die Brennerei war nicht von Anfang an erfolgreich. Der erste Brennlizenz-Nehmer – John Harper – war 1827 bereits insolvent, ein John Matheson folgte und 1834 war ein gewisser Andrew Ross Pächter. 1846 pachtete schließlich George Lawson, der Bruder des ortsansässigen Bankiers die Brennerei, holte seine Söhne mit ins Boot und „George Lawson & Sons“ wurde aus der Taufe gehoben. Mit Hilfe seines Bruders kam George zu Kapital, das er für umfangreiche Renovierungen und einen neuen Brennofen samt zweier neuer Brennblasen nutzte. Darüber hinaus begann Lawson, den Whisky Clynelishs an Endverbraucher direkt zu vermarkten, anstatt über Zwischenhändler zu verkaufen. Aus nicht näher bekannten Gründen wurde Clynelish im Jahr 1896 dann an den Spirituosen-Händler „Ainslie Brothers“ verkauft. Die Whisky-Händler aus Leith übernahmen die Brennerei gemeinsam mit John Risk, der Clynelish von 1912 an alleine besitzen sollte. In den Jahren 1897 und 1898 wurde die Brennerei zunächst umfassend umgebaut. Ein neues Lager- und ein neues Brennhaus kamen hinzu, eine Dampfmaschine wurde eingebaut, sowie verschiedene Transportbänder, die die Materialien durch die Destillerie transportieren konnten. Es folgten einige ruhige und für Clynelish sehr erfolgreiche Jahre, bevor 1911/12 im Rahmen des weltweiten wirtschaftlichen Abschwungs „Ainslie Bros.“ in finanzielle Schwierigkeiten geriet. 1912 verließen James und  Thomas Ainslie die Brennerei-Geschäfte in den wohlverdienten Ruhestand und James Risk transferierte nach einer kurzzeitigen, alleinigen Eigentümerschaft die Anteile der Ainslies zur „Distillers Company Ltd.“, die am 18. Dezember die „Clynelish Distillers Co.“ anmeldeten. Die Überreste von „Ainslie & Co.“ verschmolzen 1913 mit „Alter Baillie & Sons“, den „Robertson Brothers“ und „John Gillon & Co.“ Zu „Ainslie, Baillie & Co.“. Drei Jahre später, 1916, kaufte die „Clynelish Distillery Co.“ Gemeinsam mit „John Walker & Sons“ die Coleburn Destillerie von „John Robertson & Son Ltd.“ aus Dundee, und Sir Alexander Walker trat dem Vorsitz der „Clynelish Distillers Co.“ als Vertreter von „John Walker & Sons“ bei. Mit der Pensionierung von Robert Ainslie, dem Sohn von James Ainslie wurde die „Ainslie, Baillie & Co.“ 1921 abgewickelt und ging in die Hände von Sir James Calder über, der mit „David Heilbron & Son“ aus dem Jahr 1827 ein zweites Whisky-Handelsunternehmen gekauft hatte, das er mit „Colville Greenlees & Co. Ltd“ zu „Ainslie & Heilbron Distillers“ verschmolz.

1925 gab schließlich auch John Risk seine Anteile an der Clynelish Destillerie ab an die DCL, 1930 kaufte DCL auch die Anteile von „John Walker & Sons“ und transferierte gleichzeitig den Besitz zu den „Scottish Malt Distillers, SMD“, die damit alleiniger Eigentümer der Brennerei wurden. Als weltweit die Märkte schrumpften und die große Depression einsetzte, schloss man bei Clynelish 1931 die Pforten, und nahm erst im September 1938 den Brennbetrieb wieder auf. Nur um dann im Mai 1941 erneut die Produktion zu schließen. Der Grund diesmal: die Getreide-Rationierung im Zuge des zweiten Weltkrieges. 1945 im November nahm man den Betrieb erneut auf, und der Clynelish Whisky entwickelte sich rasch zu einem der bei Whisky Blendern gefragtesten Whiskies überhaupt.

1961 wurden die beiden Brennblasen von der direkten Befeuerung mit Kohle umgestellt auf Dampf, wobei der Boiler dafür nach wie vor mit Kohle – teils aus der Mine von Brora, teils aus den Lowlands - beheizt werden musste. Mitte der 1960er Jahre ersetzte man schließlich das Wasserrad und die Dampfmaschine durch Elektrizität und legte die eigenen Malzböden still. 1967 stellte man im November endlich auch den Boiler von Kohle auf Erdöl-Befeuerung um.

Um der stetig wachsenden Nachfrage nach Whisky gewachsen zu sein, begann 1967 der Bau einer neuen, modernen Brennerei unmittelbar neben der alten Destillerie. Ihr Herzstück: sechs exakte Kopien der beiden alten Brennblasen, wobei die alte Destillerie weiterarbeitete. Im Juni 1968 ging die neue Brennerei, ebenfalls getauft auf den Namen Clynelish (II), in Betrieb, die alte Brennerei, Clynelish I, hörte im Mai desselben Jahres auf, zu produzieren. Doch der Sommer von 1968 war so trocken, dass wegen Wassermangels die Produktion bei Port Ellen auf Islay eingestellt werden musste. Zusätzlich war Caol Ila ohnehin für Umbau- und Renovierungsarbeiten stillgelegt. Damit produzierten die Islay Brennereien im Besitz der DCL deutlich weniger Whisky als eigentlich benötigt wurde. Insofern problematisch, als die Verkaufszahlen des „Johnnie Walker“ in dieser Boom-Zeit gerade steil nach oben gingen – und der „Johnnie Walker“ zu weiten Teilen auf Islay-Whisky basierte. Die Lösung für die Knappheit an getorften Islay-Whiskies: DCL begann mit Festland-Brennereien und getorftem Gerstenmalz zu experimentieren. Nach einer Reihe erfolgreicher Probeläufe bei Port Dundas wählte man schließlich die alte Clynelish Destillerie aus. Dort begann am 28. Dezember 1968 das Einmaischen für diesen „Islay Whisky-Ersatz“ Malz aus den „Ord Maltings“. Im Mai 1969 erreichte man schließlich das Ziel, in der alten Clynelish Destillerie einen Whisky zu brennen, der von Islay Whiskies nicht zu unterscheiden war. Am 2. Dezember 1969 legt man sich bei DCL auf einen neuen Namen für die alte Clynelish Destillerie fest, um sie von Clynelish II, dem Neubau, zukünftig eindeutig unterscheiden zu können: die Brora Destillerie war geboren. Bis 1973 wurde bei Brora dieser kräftig torfige Whisky produziert, danach wurde der Torfgehalt wieder zurückgefahren auf die üblichen Levels eines Highland Whiskies, bis Brora 1983 endgültig stillgelegt wurde. Seit 1987 gehörte Clynelish zu den „United Distillers“, entsprechend seit 1998 zu „Diageo“. 2014 kündigte man bei „Diageo“ an, in Clynelish zu investieren und die Kapazitäten erhöhen zu wollen. Damit in direktem Zusammenhang steht die Wiederinbetriebnahme der alten Bora Destillerie, deren Gebäude während der letzten Jahrzehnte als Besucherzentrum und Lagerhäuser für die neue Clynelish Destillerie genutzt worden waren.

Gebrannt wird in Clynelish heute mit sechs Brennblasen, alle sechs Kopien der alten, originalen Brennblasen der (alten Clynelish) Brora Destillerie. Das Wasser stammt aus dem Fluss Clynemilton, der den nahen Berg Colbhein herunterkommt. Clynelish besitzt inzwischen zehn Maischbottiche, acht davon aus Holz, zwei aus Edelstahl (seit 2008) und eine Lauter-Mash Tun. Damit kann die Brennerei sieben Tage pro Woche produzieren und erzielt ca. 3,25 Mio. L Alkohol pro Jahr. Das Meiste davon fließt ein in die zahlreichen Blended Whiskies des Mutter-Konzerns „Diageo“.