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Glenturret

(Tal des Turret)

Herkunft: England/ Schottland (Eastern Highlands)

Glenturret liegt am Fluss Turret ganz in der Nähe des Städtchens Crieff in der Grafschaft Perth, etwa 100 km nordwestlich von Edinburgh. Wie bei so vielen anderen schottischen Destillerien soll auch hier an selber Stelle schon zu Anfang des 18. Jahrhunderts (illegal) Whisky gebrannt worden sein.
Ursprünglich war es John Drummond, der dort 1818 eine Lizenz für das Brennen von Alkohol erhielt. Die daraus entstandene Brennerei, in Besitz der Familie Drummond, firmierte unter dem Namen Hosh (Gälisch „Cois“, zu Deutsch in etwa „Fuß“). 1852 übernahm ein John McCallum, bis 1870 Thomas Stewart die Hosh Destillerie kaufte und sie 1875 schließlich in Glenturret umbenannte. Nicht zu verwechseln an dieser Stelle mit einer 1826 erbauten Glenturret Brennerei in der Umgebung, die nach wenigen Jahren wieder schließen musste und vollständig verschwand. Die neue Glenturret (ehemals Hosh) traf allerdings Anfang des 20. Jahrhunderts im Zuge der „Pattison-Krise“ und der weltweit einbrechenden Konjunktur ein vergleichbares Schicksal: Man schloss die Brennerei und verkaufte sie 1903 schließlich an die „Mitchell Bros Ltd.“, die den Brennbetrieb zu den Zeiten des ersten Weltkrieges erneut einstellten. Mit Kriegsende begann der Brennbetrieb dort wieder, bis 1921 die Prohibition in den Vereinigten Staaten „Mitchell Bros Ltd.“ erneut dazu zwang, Glenturret zu schließen. Da man die Produktion von Whisky dort längerfristig als nicht ausreichend lukrativ einschätzte, nutzte man zwar immerhin die vorhandenen Gebäude als Whisky-Lager, demontierte und verkaufte aber ab 1928 die gesamte Produktions-Ausstattung. 1929 schließlich gingen die „Mitchell Bros Ltd.“ selbst insolvent, und die Gebäude Glenturrets wurden in Folge von der Familie Murray von Ochtertyre eine ganze Zeit lang als landwirtschaftliche Lager genutzt. Erst als James Fairlie, ein echter Whisky-Enthusiast, Glenturret 1957 kaufte und komplett mit neuer Innenausstattung versehen ließ, kam neues Leben in die Destillerie.
Bis 1981 geschah nicht viel, dann stieg der französische Getränke-Konzern „Remy Cointreau“ bei Glenturret ein, und stattete die Brennerei im selben Jahr noch mit einem Besucherzentrum aus. 1990 dann wurde Glenturret von den „Highland Distillers“ gekauft, die wiederum 1999 gemeinschaftlich von der „Edrington Group“ (zu 70 %) und „William Grant & Sons“ (zu 30 %), den Eignern von Balvenie und Glenfiddich, aufgekauft wurden. Kurz nach dem Zukauf der „United Distillers Ltd.“ entschied man sich, Glenturret als Heimat des“ Famous Grouse“ Blend auszubauen und dort die sogenannte „Famous Grouse Experience“ zu errichten, eine Mischung aus interaktivem Museum und Freizeitpark. 2002 wurde für GBP 2,5 Mio ein entsprechendes Besucherzentrum errichtet, und der „Famous Grouse“, einem der in Schottland bzw. weltweit bekanntesten und v.a. beliebtesten Blended Whiskies überhaupt ein edukativ-lukratives Denkmal gesetzt.
Glenturret arbeitet heute mit zwei Brennblasen, einen Maischbottich aus Holz und acht Gärbottichen aus Douglasien-Holz. Das Wasser für den Brennbetrieb stammt aus dem nahegelegenen Loch Turret, das sich aus den umliegenden Grampians speist, die gemälzte Gerste bezieht man von „Simpson Malt“ aus den Scottish Borders.
Seit 2009 brennt man in Glenturret speziell für den seit 2007 erscheinenden „Black Grouse Blended Whisky“ auch torfigen Whisky, da die „Edrington Group“ keine Brennerei in ihrem Portfolio besitzt, die traditionell torfigen Whisky brennt. Die jährliche Produktion liegt bei um die 340.000 L Alkohol, gelagert werden können in den sechs traditionellen Dunnage-Lagerhäusern um die 10.000 Fass Whisky. Das Meiste des Glenturret fließt ein in die verschiedenen Whisky Blends der Eigner, hier sei vor allem die „Famous Grouse“ genannt. Ursprünglich gab es lediglich einen zwölfjährigen Glenturret als Original-Abfüllung, seit 2003 ersetzt durch einen zehnjährigen Glenturret.
Die Zeichen der Zeit erkannt habend, überarbeitete man das Portfolio 2016 grundlegend, und bietet heute eine ganze Reihe Original-Abfüllungen an, darunter die ausschließlich in ehemaligen Sherry-Fässern gelagerte „Sherry Cask Edition“ (43 Vol%), „Glenturret Triple Wood“ (43 Vol%), gelagert in Amerikanischem Eichenholzfass (ex-Sherry), Europäischem Eichenholzfass (ex-Sherry) und Amerikanischem Eichenholzfass (ex-Bourbon), der „Glenturret Peated“, deutlich getorft und eine Hommage an die Anfänge des Glenturret Whisky (43 Vol%), die auf 1740 Flaschen limitierte Sonderabfüllung des „Fly’s 16 Masters Edition“ (44 Vol%), entstanden anlässlich eines Fotos, aufgenommen in Glenturret 1905 und Gewinner der Silbermedaille auf der „International Spirits Challenge“ 2017, die 29 Jahre alte (43,1 Vol%), auf 170 Flaschen limitierte „Glenturret Jamieson’s Jigger Edition“ anlässlich der Verrentung von Michael Jamieson, 44 Jahre lang Küfer bei Glenturret und der „Glenturret Cameron’s Cut“, destilliert 1987 und abgefüllt 2016 anlässlich des 40-jährigen Jubiläums des Destillerie-Managers Neil Cameron (209 Flaschen).
Zum Abschluss bleibt noch eine kleine Geschichte zu erwähnen: Glenturret hat es dank seiner sehr fleißigen Destillerie-Katze „Towser“ sogar bis ins Guinness Buch der Rekorde geschafft. 24 lange Jahre wachte Towser in Glenturret und soll in dieser Zeit 28.899 Mäuse erlegt haben. 1991 errichtete man ihm zu Ehren sogar eine Statue auf dem Gelände der Brennerei.

 

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