Glen Spey

Herkunft: United Kingdom/ Schottland/ Speyside

Glen Spey liegt inmitten der Speyside im kleinen Örtchen Rothes in der Grafschaft Banff, ganz in der Nähe der Glenrothes und der Glen Grant Brennerei, direkt unterhalb der Ruinen von Rothes Castle, das bis zu einem verheerenden Brand im Jahre 1662 Hauptsitzt der damals in der Region herrschenden Grafen von Rothes war.
Die Glen Spey Brennerei begann ihre Existenz als (Getreide-)Mühle von Rothes, gegründet 1878 von der „James Stuart & Co.“, hinter der der Getreideh... ... >> weiterlesen


Glen Spey

Glen Spey liegt inmitten der Speyside im kleinen Örtchen Rothes in der Grafschaft Banff, ganz in der Nähe der Glenrothes und der Glen Grant Brennerei, direkt unterhalb der Ruinen von Rothes Castle, das bis zu einem verheerenden Brand im Jahre 1662 Hauptsitzt der damals in der Region herrschenden Grafen von Rothes war.
Die Glen Spey Brennerei begann ihre Existenz als (Getreide-)Mühle von Rothes, gegründet 1878 von der „James Stuart & Co.“, hinter der der Getreidehändler James Stuart stand, seinerzeit ebenfalls Lizenznehmer der Macallan Brennerei. Als Stuart 1887 Macallan dann erwarb, gab er Glen Spey an den von Sir Walter Gilbey 1857 gegründeten, englischen Gin-Hersteller „W. & A. Gilbey“ ab, die mit dem Kauf der Destillerie einen ersten Einstieg in die Whisky-Branche wagten (die Brennereien Knockando und Strathmill würden später hinzukommen) und Glen Spey fortan als Basis für ihren „Spey Royal Blend“ nutzten. Die darauffolgenden knapp 100 Jahre verliefen für Glen Spey vergleichsweise ruhig, 1920 brannten Teile der Brennerei nieder, 1962 fusionierte die „W. & A. Gilbey“ mit den „United Wine Traders“, zu der zu dieser Zeit bereits der Londoner Spirituosen-Großhändler „Justerini & Brooks“ gehörte, woraus die „International Distillers & Vintners“ entstanden. In Folge kamen auch die „J&B“ Blends von „Justerini & Brooks“ nach Glen Spey. Die „International Distillers & Vintners“ wurden ein Jahrzehnt später zunächst an „Whatney Mann“ und dann an „Grand Metropolitan“ verkauft, aus deren Verschmelzung 1997 mit „Guinness“ der Spirituosen-Großkonzern „Diageo“ entstand.
1970 wurde Glen Spey umfassend umgebaut, man erweiterte die Brennkapazität von vormals zwei auf (bis heute) vier Brennblasen mit einer Kapazität von knapp 1,4 Mio L reinem Alkohol jährlich, außerdem wurde die bis dahin genutzte, eigene Tennenmälzerei geschlossen und die Gebäude in ein modernes Lagerhaus mit Stahlregalen umgebaut.
Glen Spey heute besitzt einen Maischbottich und acht Gärbottiche aus Edelstahl. Das Wasser stammt aus dem Deonie Burn, einem Seitenarm des Flüsschens Rothes, an dessen stromaufwärts gelegenen Bänken sich die Glenrothes Brennerei befindet. Die Nutzung von Wasser, das bereits bei Glenrothes zum Einsatz gekommen war, hatte in früheren Zeiten die Ausstattung Glen Speys mit einem speziellen Kühlsystem für das Herunterkühlen des Alkohols aus den Brennblasen bedingt, da das Wasser des Rothes Burn aufgrund der vorausgegangenen Nutzung durch Glenrothes zu warm war, um Glen Speys Brennblasen noch effektiv zu kühlen. Heute kühlen sämtliche Brennereien aus Umweltschutz-Gründen ihr Wasser mit Wärmetauschern, bevor es wieder in den Fluss zurückgegeben wird, aus dem es entnommen wurde.
Eine weitere Besonderheit Glen Speys ist der Betrieb der Feinbrandblasen im Niederdruck-System, was Druckventile unnötig machte. Zudem sind sie mit Rücklaufkugeln, sog. „Purifiers“ ausgestattet. Diese kleinen Kondensatoren zwischen der Brennblase und dem Überleitungsarm steigern den Rückfluss, indem sie eine kleine Fraktion des Destillats immer wieder zurück in die Brennblase führen. Auf diese Weise entstehen besonders feingliedrige Destillate (ebenfalls mit Rücklaufkugeln ausgestattet sind heute noch die Strathmill und die Glenlossie Brennerei).
Das Allermeiste des in Glen Spey gebrannten Whiskies fließt ein in die „J&B“ Blends, den „Spey Royal“ oder den „Strath Spey“. 2001 erschien eine halboffizielle Abfüllung eines zwölfjährigen Glen Spey Single Malt (43 Vol%) in der „Flora & Fauna“ Reihe „Diageos“, 2010 kam limitiert auf 3750 Flaschen ein 21-jähriger Glen Spey (54 Vol%) in der Reihe „Special Releases“ auf den Markt. Darüber hinaus sind eine Reihe Abfüllungen Unabhängiger erhältlich, darunter von „Ian MacLeod“, „Gordon & MacPhail“, „Cadenhead’s“ oder „Douglas Laing“.