Springbank

Herkunft: UK (Schottland)/ Schottland (Campbeltown)

Springbank liegt in Campbeltown auf der Halbinsel Kintyre direkt am Campbeltown Loch in der Council Area Argyle and Bute an der Westküste Schottlands. Waren dank der guten Schiffsanbindung nach Glasgow und einem kleinen Kohle-Flöz im nahen Machrihanish im ausgehenden 19./beginnenden 20. Jahrhundert mehr als 35 Brennereien in Campbeltown ansässig, sind heute noch ganze drei Stück davon übrig: Glengyle, Glen Scotia und Springbank.

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Springbank

Springbank liegt in Campbeltown auf der Halbinsel Kintyre direkt am Campbeltown Loch in der Council Area Argyle and Bute an der Westküste Schottlands. Waren dank der guten Schiffsanbindung nach Glasgow und einem kleinen Kohle-Flöz im nahen Machrihanish im ausgehenden 19./beginnenden 20. Jahrhundert mehr als 35 Brennereien in Campbeltown ansässig, sind heute noch ganze drei Stück davon übrig: Glengyle, Glen Scotia und Springbank.

Illegal gebrannt wurde an der Stelle der heutigen Destillerie lange schon. Auskunft über die nicht unerhebliche Aktivität der Schwarzbrenner auf der Kintyre Halbinsel geben die Bücher von Robert Armour, dem lokalen Kupferschmied aus dieser Zeit. Denn sie bescheinigen zwischen 1811 und 1817 die Herstellung von nicht weniger als 400 kleinen Brennblasen, die Namen Reid und Mitchell tauchen in diesen Dokumenten erwartungsgemäß ebenfalls auf. Offiziell begann die Whisky-Produktion bei Springbank allerdings erst im Jahr 1828 mit dem Erwerb einer offiziellen Lizenz durch William Reid. Gebaut wurde Springbank als 14. Lizensierte Brennerei Canpbeltowns an der Stelle, an der zuvor schon Archibald Mitchell illegal destilliert hatte.
Doch es dauerte nicht lange und Reid musste 1837 die Brennerei an seine Schwiegersöhne John und William Mitchell verkaufen. Die beiden Brüder betrieben Springbank eine Zeit lang gemeinsam erfolgreich weiter. William war es, der 1872 die Brennerei schließlich verließ und bei seinen beiden anderen Brüdern in die Riechlachan Destillerie in Campbeltown‘s Glebe Street einstieg. Seinen Platz bei Springbank nahm Johns Sohn Alexander ein. Aus diesem Wechsel von William zu Alexander resultiert heute noch das „A“ in „J & A Mitchell“ auf den Etiketten des Springbank Single Malt.
Das ausgehende 19./beginnende 20. Jahrhundert waren damals Hoch-Zeiten für die Whisky-Industrie und damit auch gute Zeiten für Campeltown. Das Ende des Booms begann damals um 1898 mit dem Niedergang der Brüder Pattison. Es folgten die wirtschaftlich schlechten Zeiten des ersten Weltkriegs, die Prohibition in den Vereinigten Staaten und der „Schwarze Freitag“ am 24. Oktober 1929 mit der nachfolgenden Weltwirtschaftskrise. Die Nachfrage nach vor allem Blended Whisky sank und eine Brennerei – Viele darunter mehr auf Masse denn Klasse ausgerichtet - nach der anderen musste schließen, bis in den 1960er Jahren in Campbeltown von ehemals mehr als 35 nur noch Springbank und Glen Scotia übrig waren.
In diesen für Whisky schwierigen Zeiten legte die „J & A Mitchell Co. Ltd.“ Springbank 1926 das erste Mal still, nahm den Betrieb aber bereits 1933 wieder auf. In den 1960er Jahren folgte mit der Stilllegung der eigenen Tennenmälzerei ein weiterer, tiefgreifender Einschnitt. 1969 kaufte die „J & A Mitchell Co. Ltd.“ den unabhängigen Abfüller „William Cadenhead“, der noch heute zum Unternehmen gehört. Von 1979 an ruhte die Produktion bei Springbank ein weiteres Mal, bis sie in kleinem Umfang 1987 wieder aufgenommen wurde. Zu diesem Zeitpunkt traf Hedley Wright (der Ur-ur-Enkel von John Mitchell) die richtungsweisende Entscheidung, zukünftig weniger auf Blended Whiskies zu setzen und sich mehr und mehr auf das Abfüllen und Vermarkten von Springbank Single Malt Whisky zu konzentrieren.
1992 schließlich wurde die eigene Mälzerei wieder zum Leben erweckt und deckt seitdem zu 100 % den Bedarf der Brennerei. Damit ist Springbank heute die einzige Destillerie, bei der jeder einzelne Schritt vom Korn hin zur fertig abgefüllten Flasche tatsächlich vor Ort stattfindet. Das neue Jahrtausend brachte eine weitere, kurze Zeit der Schließung mit sich und so wurde von Ende August 2008 bis Anfang 2009 aufgrund hoher Rohstoffpreise und einem Ausbau der Lagerhäuser ebenfalls nicht produziert.
Für die Trocknung der Gerste wird Torf der nahegelegenen Insel Islay verwendet. Je nach weiterer Verwendung verbringt die Gerste zwischen 30 und 48 Stunden über Torfrauch. Das Ergebnis sind unterschiedlich stark getorfte Whiskies: die beinahe ungetorfte Gerste wird zum Hazelburn verarbeitet. Hazelburn war eine der zahlreichen Destillerien Campbeltowns, die im Zuge der ersten, großen Whisky-Krise 1925 schließen musste und so wurde 1997 bei Springbank das erste Mal ein Hazelburn destilliert.
Aus der mittelstark getorften Gerste wird der Springbank Whisky destilliert und aus dem kräftig torfigen Gerstenmalz entsteht der deutlich torfrauchige Longrow mit 55 ppm. Auch der Longrow Whisky ist eine Hommage an die gleichnamige Brennerei, die 1824 von „John Beith & Co.“ an der Longrow, der gleichnamigen Straße in Campbeltown gegründet und 1896 wieder geschlossen wurde. Bei Springbank wurde der Longrow das erste Mal 1973/74 destilliert. Für den Brennvorgang kommen drei Kupferbrennblasen mit Wurmbütten zum Einsatz, die in unterschiedlicher Kombination genutzt werden. Der Hazelburn wird dreifach gebrannt, der Rohbrand kommt mit 74 bis 76 Vol% Alkoholgehalt in die Fässer. Der mäßig getorfte Springbank Whisky wird zweieinhalbfach destilliert. Dabei wird der Nachlauf aus dem allerersten Brennvorgang dreimal gebrannt, der restliche Rohbrand wird jedoch nur doppelt destilliert. Das Ergebnis wird schließlich mit 71 bis 72 Vol% Alkoholgehalt in die Fässer gefüllt. Der Longrow Whisky wird zweifach gebrannt, sein Rohbrand kommt mit 68 Vol% in die Fässer. Für die initiale Reifung verwendet werden vorwiegend ehemalige Bourbon- und ehemalige Sherry-Fässer. Für die Finishes finden eine ganze Reihe unterschiedliche Fass-Typen und Fass-Größen Verwendung wie beispielsweise Rum, Port, Tokajer oder verschiedene Rotweine wie Barolo oder Pinot Noir bzw. 60 L Rundlets oder 50 L Kilderkins.
Darüber hinaus verfügt Springbank für die Produktion über sechs Gärbottiche aus Lärchenholz und einen traditionellen, nach oben hin offenen, gußeisernen Maischbottich.

Das Portfolio umfasst aktuell (Stand Mai 2019) fünf unterschiedlich alte Springbank Single Malt-Abfüllungen, dabei reicht die Spanne von zehn über, 12, 15, 18 und 21 Jahre. Alle Abfüllungen sind weder kühlfiltriert noch gefärbt und werden entweder mit kräftigen 46 Vol% oder in Fassstärke abgefüllt. Den Longrow Single Malt gibt es als „Longrow Peated“ ohne Altersangabe, als Longrow Red“ – eine jährlich erscheinende, limitierte Abfüllung in Fassstärke; dieser Whisky –daher der Name- lagerte eine abschließende Zeit in einem Rotwein-Fass, und als Longrow 18 Years Old. Der dreifach destillierte, so gut wie nicht torfige Hazelburn wird abgefüllt als Hazelburn 10 Year Old und als Hazelburn Sherry Wood, eine ebenfalls jährlich neu erscheinende, limitierte Abfüllung in Fassstärke.