Armorik

Herkunft: Frankreich/ Bretagne

In sehr vielen, vor allem landschaftlichen Dingen ist die im Nordwesten Frankreichs gelegene Bretagne Schottland und Irland sehr ähnlich. Alle Drei zeichnen sich aus durch ihr von den Einflüssen des Meeres geprägtes Klima mit schnellen Wechseln von Hoch- und Tiefdruckgebieten, milden Wintern, mäßig warmen Sommern und stürmischen Herbstmonaten. Nicht umsonst nannten bereits die Gallier diese größte Halbinsel Frankreichs Aremorica, in der Übersetzung in etwa ... ... >> weiterlesen


Armorik

In sehr vielen, vor allem landschaftlichen Dingen ist die im Nordwesten Frankreichs gelegene Bretagne Schottland und Irland sehr ähnlich. Alle Drei zeichnen sich aus durch ihr von den Einflüssen des Meeres geprägtes Klima mit schnellen Wechseln von Hoch- und Tiefdruckgebieten, milden Wintern, mäßig warmen Sommern und stürmischen Herbstmonaten. Nicht umsonst nannten bereits die Gallier diese größte Halbinsel Frankreichs Aremorica, in der Übersetzung in etwa „Land am Meer“. Und auch die Sprache der bretonischen –wenn man so will- Ureinwohner ist nahe verwandt mit dem Kornischen und dem Walisischen und gehört wie die beiden genannten Sprachen zur Gruppe der britannischen Sprachen. Bretonisch ist damit auch die einzige keltische Sprache, die noch aktiv auf dem europäischen Festland gesprochen wird, wenn auch von einer rapide schwindenden Anzahl der dortigen Bewohner.
An der Nordküste der Bretagne, südöstlich des Städtchens Lannion mit der weltbekannten Rosa Granitküste liegt die Déstillerie Warenghem. Gegründet 1900 am nördlichen Ufer des Léguer inmitten der Region Trégor und der Côte de Granit Rose von Léon Warenghem, dessen Familie ursprünglich aus dem Nord Pas de Calais stammte. Léon Warenghem begann, dort sein „Elixir d’Armorique“ zu entwickeln, eine Art Kräuterbrand basierend auf 35 verschiedenen Pflanzen (darunter Beifuß, Koriander und Orangen-Zesten), in wässriger alkoholischer Lösung vergorenen und anschließend gebrannt. Das gewonnene „Elixier“ wird dann mit bretonischem Honig und Single Malt Whisky vermengt und abgefüllt. 1901 und 1902 wird dieses „Elixir d’Armorique“ auf den Weltausstellungen in Brest und Bordeaux mit großem Erfolg vorgestellt, und bald darauf auch in den Vereinigten Staaten populär.
Mit Tradition und Liebe zum Detail baute man sich basierend auf diesem Kräuter-Likör einen ausgezeichneten Ruf auf und als Henri 1919 das Familienunternehmen von seinem Vater Léon übernahm, entwickelte er es in bester Tradition weiter. Das Portfolio Warenghems wächst unter Henris Führung, man macht sich mit verschiedenen Frucht- und Kräuterlikören nach und nach einen Namen auch bei Frankreichs Großhändlern. Nach dem Einstieg des Geschäftsmannes Yves Leizour 1964 stößt ab 1967 mit Paul-Henri die dritte Generation der Familie Warenghem als Teilhaber der Déstillerie Warenghem hinzu. Zu dieser Zeit zieht man die Brennerei um, heraus aus der Innenstadt Lannions an den südöstlichen Rand des Ortes, um Platz für die weitere Entwicklung zu haben.
Anfang der 1980er Jahre dann steigt Yves‘ Sohn Gilles, ein Apotheker, in das Unternehmen ein, und kreiert 1984 eine eigene Variante des traditionellen, bretonischen Apéritif/Digéstif „Chouchen“, einer Art kräftigen Honigweins. Sein „Chouchen Melmor“ steht heute noch in der Gunst der Bretonen ganz oben und ist der meistgetrunkene Chouchen der Region. Zu dieser Zeit finden auch nach einem inspirierenden Besuch der Warenghems in Schottland in Folge die ersten Versuche der Whisky-Herstellung statt. 1987 entwickelt man einen eigenen Whisky Blend, den „WB“ aus einem Viertel Malt und drei Viertel Grain Whisky, drei Jahre im Eichenholzfass gelagert. Stetig wächst das Portfolio Warenghems, in den 1990er Jahren kommen zunächst der „Fine Bretagne AOC“ hinzu, kurz darauf entwickelt man den „Pommeau de Bretagne AOC“. Pommeau ist ebenfalls ein traditionelles Getränk der Region, aus frisch gepresstem Apfelsaft von bis zu 30 verschiedenen Apfelsorten, mit jungem Calvados versetzt, so am Vergären gehindert und mindestens 14 Monate im Holzfass gelagert. Als Spezialität der Bretagne und der Normandie offiziell anerkannt, sind dies die beiden einzigen Regionen, deren Pommeau seit 1991 den Zusatz „Appéllation Originale Controlée“, geschützte Ursprungsbezeichnung, tragen darf.
Zehn Jahre später hebt man Anfang des neuen Jahrtausends das „Diwall“ Bier aus der Taufe und belebt damit die lange Tradition Lannions auch als Brauerei-Stadt wieder. 1998 folgen dann die ersten Schritte in der Welt des Single Malt, Gilles Leizour entwickelt den „Armorik“. Hergestellt aus dem reinen, Granitfelsen-gefilterten Wasser der 100 m tief gelegenen Quelle Rest Avel, aus französischem Gerstenmalz und bretonischem Weizen, wird in eigens für Warenghem hergestellten Kupferbrennblasen zweifach destilliert und anschließend mit 63 Vol% Alkoholgehalt in Eichenholzfässer abgefüllt und in den eigenen Kellern gelagert. Verwendet werden hier ehemalige amerikanische Bourbon-Fässer, ehemalige spanische Oloroso Sherry-Fässer und ganz besondere Eichenfässer aus der Bretagne, möglich gemacht durch eine lange, enge Partnerschaft der Brennerei mit der staatlichen Forst-Behörde und Jean Baptiste Le Floc’h, dem letzten Küfer der Bretagne. So stammen diese einmaligen Fässer aus den Wäldern von Cranou und Brocéliande.

Der „Armorik“ ist heute die Nummer eins unter den französischen Single Malt Whiskies. Kein Wunder, ist der Whisky seit 2009 über das „La Maison du Whisky“ auch bei der Vielzahl der französischen Weinhändler angekommen. Hinzu kommt, dass der „Armorik“ durch seine Qualität und Vielfalt überzeugen kann. Das immer wieder ausgezeichnete Portfolio umfasst den „Armorik Classic“, gereift in ehemaligen Bourbon-Fässern (46 Vol%), den „Armorik Maître de Chai“, eine Sonderabfüllung auf 1700 Flaschen limitiert, 2014 das erste Mal erschienen und ein Whisky aus zwei unterschiedlichen Oloroso Sherry-Fass-gereiften Whiskies (46 Vol%), der „Armorik Double Matured“ (als „Best European Single Malt“ 2013 bei den „World Whisky Awards“ ausgezeichnet) in bretonischen Eichenholz- und anschließend in ehemaligen Oloroso Sherry-Fässern gereift (46 Vol%), den „Amorik Sherry Finish“ (40 Vol%) in ehemaligen Bourbon- und Sherry-Fässern gereift, den „Armorik Originalausgabe“ (40 Vol%), in Eichenholzfässern gereift und mit „Double Gold“ auf der World Spirits Competition“ in San Francisco 2013 und 2014 ausgezeichnet, den „Armorik Dervenn“, eine limitierte Sonderabfüllung und Widmung der eigens für Warenghem vom letzten Küfer der Bretagne hergestellten Fässer, nicht kühlfiltriert (46 Vol%), den „Armorik Breizh“ (40 Vol%) ein Blend aus 50 % Malt und 50 % Grain Whisky, 2013 und 2014 als „Best European Blended Whisky“ ausgezeichnet und schließlich den „Galleg“, einen Blend aus 50 % Malt und 50 % Grain Whisky, abgefüllt mit 42 Vol%.
2010 entschloss man sich, gerade den „Armorik“ und den „Fine Bretagne Gilles Leizour“ in der ganzen Welt verfügbar und bekannt zu machen, so dass diese beiden Flagschiffe heute Europa-weit erhältlich sind und den Ruf Warenghems bis ins ferne Asien und Australien tragen.