Old Fettercairn

Herkunft: United Kingdom/ Schottland/ Eastern Highlands

Fettercairn (Gälisch-Schottisch für „Am Fuß des Berges“) liegt ein wenig fernab der bekannten Whisky-Pfade unweit des Flusses Esk in den östlichen Highlands am Fuße der Cairngorms im Städtchen selben Namens. Die Brennerei wurde etwa 2 km hügelanwärts 1824 von Sir Alexander Ramsay, dem Besitzer der Fasque-Ländereien gegründet, indem er nach und nach die Gebäude einer Getreidemühle in Nethermill zu einer Whisky-Brennerei umbauen lie... ... >> weiterlesen


Old Fettercairn

Fettercairn (Gälisch-Schottisch für „Am Fuß des Berges“) liegt ein wenig fernab der bekannten Whisky-Pfade unweit des Flusses Esk in den östlichen Highlands am Fuße der Cairngorms im Städtchen selben Namens. Die Brennerei wurde etwa 2 km hügelanwärts 1824 von Sir Alexander Ramsay, dem Besitzer der Fasque-Ländereien gegründet, indem er nach und nach die Gebäude einer Getreidemühle in Nethermill zu einer Whisky-Brennerei umbauen ließ.
Fettercairn war nach Glenlivet die zweite Brennerei, die nach dem Inkrafttreten des „Excise Act“ 1823 ihre offizielle Brennlizenz erhielt. Kurze Zeit später ging Alexander Ramsay pleite, und musste sowohl seine Ländereien als auch Fettercairn an Sir John Gladstone verkaufen, den Vater William Ewart Gladstones, der im Verlauf des 19. Jahrhunderts zu vier verschiedenen Anlässen Premierminister und Schatzkanzler Großbritanniens sein würde, und der zu seinen Amtszeiten den Verkauf von Whisky in Flaschen ebenso legalisieren sollte, wie auch die Steuer auf Malz abschaffen. 1887 brannte die Destillerie beinahe vollständig ab, und blieb in Folge bis 1890 geschlossen. 1923 verkaufte die Familie Gladstone Fettercairn an „Ross & Coulter“, die die Brennerei 1926 stilllegten. Die erneute Inbetriebnahme geschah erst 1939 mit dem Kauf durch die „Associated Scottish Distilleries“, hinter der der kanadische Großunternehmer Joseph William Hobbs stand, und die zu diesem Zeitpunkt eng mit den „National Distillers of America“ zusammenarbeiteten, die zu ihren besten Zeiten Bruichladdich, Glenury-Royal, Glen Esk, Glenlochy, Benromach und Strathdee in Besitz hatten.
Als die „Associated Scottish Distilleries“ 1954 ihren Betrieb einstellten, wurden die Liegenschaften aufgeteilt und Fettercairn in Privathände, an einen Mr. Tom Scott Sutherland, verkauft. 1960 schloss Dieser die eigenen Malzböden, sechs Jahre später, 1966 erweiterte man von zwei auf vier Brennblasen. Mit dem Verkauf Fettercairns 1971 an die „Tomintoul & Glenlivet Distillery Co. Ltd.“ begannen unruhige Zeiten, geprägt von einer Vielzahl von Besitzerwechseln. Denn 1973 bereits ging die „Tomintoul & Glenlivet Distillery Co. Ltd.“ an den „Scottish & Universal Investment Trust“, SUIT der Familie Fraser, der im selben Jahr auch „Whyte & Mackay Distillers Ltd.“ kaufte. 1974 ging SUIT an den afrikanischen Bergbaukonzern „Lonrho“, der das Unternehmen 1988 an die „Brent Walker Group PLC“ weiterverkauften. 1989 wurde ein Besucherzentrum eröffnet und die Brennerei der Öffentlich zugänglich gemacht. 1990 wurde „Whyte & Mackay“ von den „American Brands“ eingekauft, die sich 1995 in „JBB Greater Europe PLC“ umbenannten und 2001 wiederum von „Kyndal International Ltd.“ aufgekauft wurden, die kurze Zeit nach der Inkorporation der „Whyte & Mackay Distillers Ltd.“ vollständig deren Namen annahmen. 2007 dann wurde die „Whyte & Mackay Distillers Ltd.“ von den „United Spirits Ltd.“, einer Tochterfirma der indischen „The UB Group“ gekauft. Zu dieser Zeit war Fettercairn die einzig verbleibende aktive Brennerei in den östlichen Highlands, alle anderen Brennereien, North Port bzw. Brechin (1983), Glenury-Royal und Hillside-Glenesk (1985), Lochside (1992) und Glencadam (2000) waren bereits stillgelegt. Im Herbst 2014 schließlich gingen die „Whyte & Mackay Distillers Ltd.“ an die „Emperador International Ltd“, die die Brennerei heute betreibt.
Fettercairn bezieht sein Wasser aus zwei Quellen der Cairngorms. Die Brennerei arbeitet mit vier Brennblasen, einem gusseisernen Maischbottich und acht Gärbottichen aus Douglasien-Holz und produziert so jährlich gut 1,3 Mio L Alkohol. Gelagert werden können in den 14 traditionellen Lagerhäusern vom Dunnage-Typ vor Ort bis zu 30.000 Fass. Das Meiste des in Fettercairn gebrannten Whiskies fließt ein in die verschiedenen Blends von „Whyte & Mackay“.
2002 wurde die bis dato einzige Original-Abfüllung eines zehnjährigen Fettercairn ersetzt durch einen Zwölfjährigen, auch änderte der seinerzeit neue Besitzer Kyndal den Namen von „Old Fettercairn“ in „Fettercairn 1824“, und modernisierte die Optik von Flasche und Umverpackung. Behalten hat man das Einhorn auf den Etiketten, ein Überbleibsel des Familienwappens der Familie Ramsay und ein Symbol für innere Reinheit und Stärke. Mit dem Bestreben, Fettercairn auch im Luxus-Segment zu platzieren, erschienen 2009 die Abfüllungen eines 24-, eines 30- und eines 40-jährigen Fettercairns, 2010 kamen der „Fettercairn Fasque“ (42 Vol%) und der „Fettercairn Fior“, jeweils ohne Altersangabe und mit 42 Vol% Alkoholgehalt als Ersatz für den zwölfjährigen Fettercairn auf den Markt. Neben den beiden Original-Abfüllungen „Fasque“ und „Fior“ gibt es immer noch wieder eine ganze Reihe Abfüllungen Unabhängiger, darunter von „A.D. Rattray“, „Douglas Laing“, „Signatory“ oder „Ian MacLeod“.