Laphroaig

Herkunft: UK (Schottland)/ Schottland (Islay)

Die Laphroaig Destillerie liegt in einer kleinen Bucht am Südzipfel Islays, der südlichsten und gleichzeitig fruchtbarsten Insel der inneren Hebriden vor der Westküste Schottlands unweit von Glasgow.

Lange schon wird an diesem Ort Whisky gebrannt, legal sogar seit dem Zeitpunkt, als die Brüder Donald und Alexander Johnston im Jahr 1810 die Laphroaig Destillerie auf damaligem Farmgelände gründeten. Ursprünglich verdienten die Beiden ihren Lebensunterhalt mit Rin... ... >> weiterlesen


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Laphroaig

Die Laphroaig Destillerie liegt in einer kleinen Bucht am Südzipfel Islays, der südlichsten und gleichzeitig fruchtbarsten Insel der inneren Hebriden vor der Westküste Schottlands unweit von Glasgow.

Lange schon wird an diesem Ort Whisky gebrannt, legal sogar seit dem Zeitpunkt, als die Brüder Donald und Alexander Johnston im Jahr 1810 die Laphroaig Destillerie auf damaligem Farmgelände gründeten. Ursprünglich verdienten die Beiden ihren Lebensunterhalt mit Rindern, für deren Futter sie Gerste anbauten. Die Gerste, die nicht verfüttert wurde, wurde zu Whisky destilliert. Schnell sprach sich herum, dass der bei Laphroaig produzierte Whisky Dank seines weichen, wenig mineralischen, torfigen Wassers besonders gut war. Und so gaben die Johnstons 1810 die Rinderhaltung auf und begannen, aus ihrer gesamten Gersten-Ernte Whisky zu brennen.
1836 bot Donald seinem Bruder und Teilhaber zu gleichen Teilen 350 Pfund Sterling für dessen Anteil an Laphroaig. Dieser nahm das Angebot an, und so wurde Donald Alleinbesitzer und sein Bruder Alexander emigrierte nach Australien, wo er nach einem erfüllten Leben 1881 starb. Nur knapp elf Jahre nach dem Ausstieg Alexanders bei Laphroaig, kam Donald unter tragischen Umständen in seiner eigenen Brennerei ums Leben, als er in einen der gefüllten Gärbottiche fiel. Donalds einziger Sohn Dugald war zu diesem Zeitpunkt allerdings erst elf Jahre alt und damit noch viel zu jung, um die Geschäfte seines Vaters übernehmen zu können. Und so kümmerten sich sein Onkel John Johnston und Peter McIntyre, einer der Farmer der Umgebung, um die Brennerei.
1857 schließlich war Dugald Johnston alt genug, um die Geschäfte Laphroaigs selbst zu führen, unterstützt von seinem Cousin Alexander Johnston. Die Beiden leiteten die Destillerie bis zu Dugalds Tod am 6. Januar 1877 gemeinsam. Zu dieser Zeit verkaufte man das Meiste des bei Laphroaig gebrannten Whiskies an Whisky Blender. Der größte Abnehmer zu dieser Zeit war der unmittelbare Nachbar Lagavulin, damals unter der Führung von „Mackie & Co.“, einem Spirituosen-Händler aus Glasgow. Mackie nutzte den Löwenanteil von Laphroaigs Whisky für das Verschneiden mit Grain Whisky – für Mackie ein sehr lukratives Geschäft. Insofern ärgerlich, als es die Johnstons rein mengenmäßig daran hinderte, ihren eigenen Single Malt einem größeren Markt zugänglich zu machen.
Nachdem auch Alexander Johnston 1887 verstarb, erbten seine Schwester Mrs. William Hunter und Katherine Johnston, sowie sein Neffe J. Johnston-Hunter Laphroaig.
Die Bekanntheit von Laphroaig wuchs rasant und als 1887 der berühmte Whisky-Reisejournalist Alfred Barnard einen kleinen Lobgesang auf Terroir, Wasser und Lage Laphroaigs veröffentlichte, der die Nachfrage weiter ansteigen ließ, entschlossen sich die Johnstons ihren Vertrag mit „Mackie & Co.“ zu lösen. Bei „Mackie & Co.“ reagierte man höchst verärgert, ja zerrte Laphroaig unter der Behauptung man brenne dort illegal, sogar vor Gericht. „Mackie & Co.“ verloren diesen Prozess und auch alle weiteren Verfahren, aber dieser anhaltende Konflikt – der 1907 sogar zu einem Verbarrikadieren des Flüsschens Kilbride führte, fraß bis ins frühe 20. Jahrhundert hinein viele, vor allem finanzielle Ressourcen Laphroaigs. 1908 dann änderte man bei Lagavulin die Taktik: Peter Mackie hatte Laphroaigs Brennmeister abgeworben und ließ auf seinem Gelände bei Lagavulin eine exakte Kopie des Laphroaig’schen Brennhauses bauen in der Hoffnung, so den immens erfolgreichen Konkurrenten kopieren zu können. Was ihm nicht gelang. Mackie versuchte insgesamt noch zwei weitere Male, Laphroaig und das umgebende Land zu erwerben - scheiterte jedoch stets.
1921 übernahm Ian Hunter, Sohn von William und Katherine Hunter(-Johnston) die Geschäftsführung bei Laphroaig. Zu dieser Zeit entschlossen sich die Landbesitzer, die Familie Ramsay von Kildalton, ihr Land nicht länger zu verpachten, sondern den drei Brennereien an der Südküste – Laphroaig, Lagavulin und Ardbeg, zum Kauf anzubieten. Auch hier versuchte „Mackie & Co.“ Laphroaig auszubooten und gaben ein höheres Angebot ab. Doch erneut ohne Erfolg.

Nachdem Ian Hunter das Land auf dem die Brennerei seiner Familie in der dritten Generation stand, hatte sichern können, entschloss er sich, die Brennkapazität deutlich zu erhöhen und den Ruf Laphroaigs hinaus in die Welt zu tragen.
Bereits 1923 hatte sich die Kapazität verdoppelt: die Tennenmälzerei wie sie heute noch steht, war fertig. Hinzu kam jeweils eine exakt Kopie der Wash und der Spirit Still.
1929 gelang es Hunter, in den Zeiten der Prohibition die US-amerikanischen Steuerbehörden davon zu überzeugen, dass der intensiv nach Rauch und Jod riechende Laphroaig Single Malt medizinisch wertvolle Eigenschaften besaß. Damit gelang ihm der Coup, Laphroaig während der Prohibition vollkommen legal in die Vereinigten Staaten von Amerika einführen und dort weiter verkaufen zu dürfen.
Ian Hunter war der letzte Vertreter der Johnston-Familie und Jemand, der die Geheimnisse um „sein“ Laphroaig extrem sorgfältig hütete. So ließ er Nichts und Niemanden an Fotografen oder Journalisten auch nur in die Nähe der Brennerei und verklagte sogar einen ehemaligen Küfer, der in seinem Buch eine Beschreibung der Laphroaig Destillerie mit abdrucken wollte.
Doch meinte es das Schicksal wohl mit den Johnstons und ihrem Lebenswerk: 1932 kam Bessie Williams mit Masterabschluss der Glasgow Universität auf der Suche nach Arbeit nach Islay. Ian Hunter suchte zu dieser Zeit eine Bürohilfe für einen Sommer lang. Bessies Onkel Willie, Buchhalter bei Laphroaig, vermittelte seine Nichte an Ian Hunter. Bessie trat ihren Job an und entwickelte über den Sommer eine solche Leidenschaft für Whisky, seine Geschichte und Laphroaig selbst, dass Ian Hunter in ihr bald die Person fand, der er nach und nach alle Geheimnisse Laphroaigs anvertrauen konnte. Und so wurden aus einem Sommer mehr als 40, und aus der Sekretärin Bessie Williams die Vertraute von Ian Hunter und gute Seele Laphroaigs.
Während dieser Zeit entwickelte Ian auch die Idee, den Rohbrand nicht mehr wie traditionell üblich in ehemaligen Sherry Butts zu lagern, sondern auf gebrauchte, amerikanische Bourbon-Fässer aus Weißeiche umzusteigen. Der zweite Weltkrieg und Veränderungen bei den Export-Regeln für Sherry-Fässer aus Spanien hatten zu einer Knappheit an frischen Sherry Butts geführt. Als Folge davon gingen viele Destillerien dazu über, ihre Fässer deutlich öfter wieder zu befüllen. Hunter aber wollte den guten Ruf Laphroaigs nicht durch ausgelaugte, zu häufig benutzte Fässer gefährden und begann, die leicht und in großer Zahl verfügbaren ex-Bourbon-Fässer zu nutzen, die er für seine Zwecke auseinandernehmen und etwas größer neu zusammenbauen ließ.
Während des zweiten Weltkriegs wurde Laphroaig als Militärstützpunkt genutzt. Ian Hunter war zu dieser Zeit bereits auf einen Rollstuhl angewiesen und entschied sich, Laphroaig nach seinem Tod Bessie Williams zu vermachen. Als Hunter 1954 starb, gingen Brennerei und sämtliche Geschäfte in Bessies Hände über und machten sie zu einer der ersten weiblichen Brennerei-Besitzer der damaligen Zeit. Inzwischen eine Ileach durch und durch, unternahm sie Alles, um die Brennerei in das Inselleben einzubinden, sie öffnete Brennerei-Gebäude sogar für die Gemeinde. Gleichzeitig war sie Realistin, die die Entwicklungen auf dem internationalen Whisky-Markt genau beobachtete. Ihr war bewusst, dass Laphroaig starke, internationale Partner brauchen würde, um verwurzelt in der Tradition in die Moderne hinein überleben zu können.
Und so gab sie zwischen 1962 und ´67 Laphroaig Schritt für Schritt über die „Long John Distillery“ an „Seager Evans &Co.“ ab, ein Tochterunternehmen der „Schenley International“.
Bessie Williamson ging 1972 in Rente und übergab ihr Amt als Destillerie Managerin an John McDougal.

Laphroaig blieb auch in den 1980er Jahren auf Erfolgskurs, nicht zuletzt dank einer Folge exzellenter Destillerie Manager. Auf Denis Nicol folgte Murdo Reed, unter dessen Leitung die Brennblasen um 180° gedreht wurden und das Brennhaus ein neues Dach bekam, und 1989 kam Iain Henderson. Unter dessen 14 Jahre währender Leitung der Brennerei entstanden die Friends of Laphroaig, man bekam nach einem Besuch Prinz Charles‘ und damit des amtierenden Lord of the Isles 1994 das königliche Gütesiegel zugesprochen und eine Reihe weiterer, international hochrangiger Auszeichnungen.
1990 dann verkaufte Laphroaigs damaliger Eigner „Whitbread“ seine Spirituosen-Sparte an „Allied Spirits“, ein Teil von „Allied Lyons“ damals, mit dem Kauf des spanischen Sherry-Unternehmens „Pedro Domecq“ später „Allied Domecq“.

Auf Iain Henderson folgte Robin Shields, der mit seinen innovativen Fass-Lagerungen u.a. den „Laphroaig Quarter Cask“ auf den Weg brachte, der 2005 auf den Markt kam. Beerbt wurde Shields von John Campbell, dem derzeitigen Destillerie Manager.
2005 schließlich kaufte „Pernod Ricard“ die „Allied Domecq“. Um diesen Deal abschließen zu können, musste man sich aber von Laphroaig trennen, und so wurde die „Beam Global Spirits & Wine“, Tochterunternehmen der „Fortune Brands“ Besitzer von Laphroaig. 2014 schließlich kaufte die „Suntory Holdings“ die „Beam Inc.“, heute führt die amerikanische Tochtergesellschaft  der japanischen „Suntory Holding“ unter der Bezeichnung „Beam Suntory“ die Geschäfte der Laphroaig Destillerie.
Das Wasser für Laphroaigs Whisky stammt aus dem Kilbride Dam, der Torf aus dem die Brennerei umgebenden Glenmachrie Peat Moss, und ein Teil der Malzes wird heute noch in der eigenen Mälzerei hergestellt. Hier wird die Gerste von Hand ausgebracht, mit Schaufeln und Schilden gewendet, und kalt geräuchert über Torf, der aus den umgebendem Moor stammt und wegen seines hohen Moos-Anteils besonders aromatisch ist. Nach dem Trocknen liegt die Gerste für 21 Tage, bevor sie vermahlen wird, und mit dem warmen, torfigen Wasser des Kilbride vermengt wird, um die Zucker und den Geschmack aus der Gerste aufzunehmen. Eine weitere Seltenheit ist die ungerade Anzahl Stills: 1923 und 1968 schaffte man jeweils zwei weitere Stills an, nach dem Ruhestand Bessies kam noch einmal eine Spirit Still dazu, so dass man seit 1974 mit insgesamt sieben Stills arbeitet.

Das Kernsortiment der Brennerei umfasst heute den „Laphroaig Select“ (40 Vol%), den „Laphroaig Triple Wood“ (48 Vol%) und den „Laphroaig Cairdeas Triple Wood Cask Strength“ (59,5 Vol%), die Beide nach einer initialen Lagerung in ehemaligen Bourbon-Fässern nachreifen durften in Quarter Casks und schließlich in Fässern aus europäischer Eiche, zuvor befüllt mit Oloroso Sherry. Der „Laphroaig Quarter Cask“ und der zehn Jahre alte „Laphroaig Single Malt“ gehören nach wie vor dazu, wie auch der „Laphroaig Lore“ (48 Vol%).