Glen Ord

Herkunft: UK (Schottland)/ Northern Highlands

Die Glen Ord Destillerie liegt in der kleinen Ortschaft Muir of Ord westnordwestlich von Inverness auf der Black Isle, einer Halbinsel zwischen dem Cromarty Firth im Norden, dem Beauly Firth im Süden und dem Moray Firth im Osten in der Grafschaft Ross & Cromarty.
Seit der Mitte des 13. Jahrhunderts unter der Herrschaft der MacKenzies of Ord, war es ein Thomas MacKenzie, der seinerzeit die Gegend weiterentwickeln und neu beleben wollte, und begann, einen großen Teil seiner Lände... ... >> weiterlesen


Glen Ord

Die Glen Ord Destillerie liegt in der kleinen Ortschaft Muir of Ord westnordwestlich von Inverness auf der Black Isle, einer Halbinsel zwischen dem Cromarty Firth im Norden, dem Beauly Firth im Süden und dem Moray Firth im Osten in der Grafschaft Ross & Cromarty.
Seit der Mitte des 13. Jahrhunderts unter der Herrschaft der MacKenzies of Ord, war es ein Thomas MacKenzie, der seinerzeit die Gegend weiterentwickeln und neu beleben wollte, und begann, einen großen Teil seiner Ländereien dem Anbau von Gerste zu widmen. Als Konsequenz forcierte er dort den Bau einer Destillerie, um den Menschen der Gegend das ganze Jahr über Arbeit und Einkommen sichern zu können. Zu dieser Zeit bestanden neun legale, kleinere Brennereien, betrieben von zehn bis zwölf der eigenen Pächter MacKenzies, die ihre vollständige Jahresernte Gerste dort destillierten - die schnellste Möglichkeit an Bargeld zu gelangen, um die Pacht begleichen zu können. 1838 verpachtete Thomas MacKenzie seine Brennerei an Donald MacLennan und Robert Johnstone, die die Destillerie mit der eigens gegründeten Gesellschaft der „Ord Distilling Company“ betrieben. Glen Ord beschäftigte damals 18 Angestellte, und selbst als die „Ord Distilling Company“ 1847 Pleite ging und man die Brennlizenz verlor, lief der Brennbetrieb illegal weitgehend unbehelligt weiter, bis 1855 mit Alexander McLennan und Thomas McGregor neue Lizenznehmer und Eigentümer gefunden waren. Als McLennan 1870 starb, war der Glen Ord Whisky bereits weit über die Grenzen Großbritanniens bis in die Britischen Kolonien bekannt.
Die Witwe McLennans heiratete einige Zeit später den Bankangestellten Alexander MacKenzie aus Beauly, der das Brennerei-Geschäft 1877 schließlich übernahm. Nach seinem Einstieg bei Glen Ord ließ MacKenzie 1878 ein neues Brennhaus errichten, das allerdings bereits kurze Zeit später abbrannte. 1880 begann er, den Whisky Glen Ords teilweise unter dem Namen Glenoran zu vertreiben. Als MacKenzie im Jahr 1896 verstarb, endete auch der Pachtvertrag für die Brennerei, und Glen Ord wurde an „James Watson & Co.“ verkauft, einen Whisky Blender aus Dundee, der bereits drei weitere Brennereien erstanden hatte, um den Nachschub für seine hochwertigen Blended Whiskies sicherzustellen, darunter v.a. der „Watson’s No. 10“.
„Watson’s & Co.“ ist insofern ein sehr bekannter Teil von Dundees Stadtgeschichte, als 1906 eines ihrer sechsstöckigen, beinahe eine Million Gallonen Whisky und Rum fassenden Lagerhäuser in einer gewaltigen Feuersbrunst abbrannte. Während zwei Tagen wütete das Feuer in Dundee, breitete sich aus auf ein weiteres Lagerhaus von John Robertson und war damit eine der schlimmsten Feuersbrünste in der Geschichte Schottlands.
Mit dem Beginn des ersten Weltkrieges musste die Glen Ord Destillerie auf Anordnung des Staates schließen, um die Gerste für die Lebensmittelversorgung der Bevölkerung zur Verfügung zu halten. 1919 eröffnete man wieder, und als James Watsons Sohn 1923 ohne Nachkommen verstarb, verkaufte man Glen Ord an „John Dewar & Sons“, die den Namen des in Glen Ord gebrannten Whiskies von Glenoran zurück zu Glen Ord änderten. 1925 gingen „John Dewar & Sons“ an die „Distillers Company Ltd.“, 1930 dann wurde die Destillerie an die „Scottish Malt Distillers Ltd.“, ein Tochterunternehmen der „Distillers Company Ltd.“ transferiert.
1939 schloss man die Brennerei im Zuge des zweiten Weltkrieges erneut, und öffnete sie erst 1946 wieder. 1949 dann wurde Glen Ord elektrifiziert, 1958 schloss man die eigene Malzmühle und es folgten weitere, umfangreiche Umbauten. 1961 ersetzte man die traditionelle Tennenmälzerei durch mechanische Saladin Boxes, 1966 verdreifachte man die Anzahl der noch immer direkt mit Kohle beheizten Brennblasen von zwei auf sechs Stück, und stellte in diesem Zusammenhang auch auf die indirekte Erhitzung mittels Dampf um. 1968 wurden große mechanische Malzböden installiert, um den deutlich gestiegenen eigenen, sowie den Gerstenmalz-Bedarf weiterer sieben Brennereien decken zu können. 1985 fusionierte die „Distillers Company Ltd.“ schließlich mit „Guinness“, und alle in diesem Großunternehmen vereinigten Grain und Malt Destillerien wurden unter der Verwaltung der „United Distillers Ltd.“ zusammengefasst. 1997 schließlich fusionierten „Guinness“ und „Grand Metropolitan“, woraus der Großkonzern „Diageo“ entstand.
Im Jahr 2014 wurde die Produktionskapazität erneut erweitert, diesmal um einen Maischbottich, zehn Gärbottiche und sechs Brennblasen, womit Glen Ord jährlich 11 Mio L Alkohol produziert. Bis zum Erscheinen der Singleton Whisky-Reihe 2007 wurden etwa 20 % des in Glen Ord gebrannten Whiskies als Single Malt abgefüllt, der Rest floss ein in die Blends von „Diageo“, vornehmlich „Johnnie Walker“ und die Singleton Whisky-Reihe. Das Wasser stammt aus dem Loch nam Bonnach und dem Loch nan Eun. Die Gerste wird nach wie vor in der eigenen Mälzerei mit einer Kapazität von um die 36 Tonnen pro Jahr selbst hergestellt.
Das Portfolio der Glen Ord Destillerie umfasst heute (Juni 2017) den „Singleton of Glen Ord“, einen zwölfjährigen Glen Ord, abgefüllt mit 40 Vol%, seit 2013 gibt es diesen „Singleton of Glen Ord“ auch als 15- und als 18-jährigen Whisky (jeweils 40 Vol%), Abfüllungen Unabhängiger sind sehr selten zu finden.