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Ben Nevis

(Schneeberg)

Herkunft: United Kingdom / Schottland/ Western Highlands

Gegründet von „Long John“ MacDonald, einem Nachfahren der Herrscher des Königreichs Argyll, der – daher auch der Beiname „Long John“ – mit über 1,93 m Körpergröße eine imposante Erscheinung der damaligen Zeit war, gibt es die Destillerie am Fuße des Ben Nevis, dem mit 1345 m über dem Meeresspiegel höchsten Berg Großbritanniens bereits seit 1825.
Nach dem Tode „Long John“ MacDonalds, nach dem im Übrigen auch der bekannte Blended Whisky „Long John“ benannt ist, übernahm sein Sohn Donald Peter MacDonald 1856 Ben Nevis. Mit stark steigendender Nachfrage baute er 1878 in unmittelbarer Nähe zur Ben Nevis Destillerie eine zweite, die Nevis Destillerie. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts und sicher auch im Zuge der „Pattison-Krise“ legte man diese beiden Brennereien dann zusammen und die Familie MacDonald verschwand aus dem Einflussbereich Ben Nevis‘, obwohl die Brennerei bis 1955 weiter unter diesem Namen agierte. Die Marke des „Long John“ wurde in den 1920er Jahren an die „Seager Evans Ltd.“ veräußert. Lange Zeit nach dem Zusammenschluss der beiden Destillerien nutzte man die Gebäude der jüngeren Nevis Destillerie noch als Fass-Lager. Seit den 1980er Jahren sind allerdings auch diese letzten Spuren verschwunden, ermöglichte man doch in dieser Zeit die Nutzung des Grundes als Gewerbegebiet, so dass die alten Gebäude Nevis‘ einem Freizeit-Zentrum, einem Supermarkt und Wohnungen weichen mussten. Als allerletzte Spur der Nevis Brennerei existiert heute nur mehr ihr altes Eingangstor, das heute bei Ben Nevis steht.
1955 schließlich kaufte der kanadische Großunternehmer Joseph William Hobbs die Ben Nevis Destillerie mit dem Ziel, den sich zu dieser Zeit in der Whisky-Branche konsolidierenden Großunternehmen wie „Hiram Walker“, „Seagram“ oder den „United Distillers“ die Stirn bieten zu können. Hobbs war ein genialer Geschäftsmann, ausgestattet mit einem Gespür für gute Ideen in Kombination mit gerade der richtigen Menge Abenteuerlust. Einen Teil seines Vermögens machte der Schiffsmagnat als einer der Hauptakteure im Spirituosen-Schmuggel zu den Zeiten der Prohibition in den Vereinigten Staaten von Amerika. Ausgestattet mit einer Vielzahl unterschiedlicher Schiffe, schmuggelte er tausende Fass Whisky von Antwerpen aus über den Panamakanal an die US-amerikanische Westküste. Unmittelbar nach dem Ende der Prohibition, als eine Vielzahl Amerikanischer Unternehmen händeringend Whisky-Nachschub für die nun wieder legalen Spirituosen-Importe in die USA suchten, gründete Hobbs mit zwei Geschäftspartnern die „Associated Scottish Distillers“, ASD. Man arbeitete damals eng mit dem schottischen Whisky-Händler „Train & McIntyre“ zusammen, der zu diesem Zeitpunkt bereits Teil der „American National Distillers“ war. ASD begann 1936 in Schottland Brennereien zu kaufen, Glenury Royal machte den Anfang, gefolgt von Glenlochy und Bruichladdich 1937. Fettercairn und Benromach stießen 1938 dazu. Glenesk wurde in eine Grain Destillerie umgebaut und in Montrose umbenannt, um sich so Nachschub unabhängig von der damals marktbestimmenden „The Distillers Company Ltd.“ zu sichern. Die ASD entwickelte sich rasch zu einem bestimmenden Faktor in der Whisky-Branche, konnte allerdings bedingt durch den Ausbruch des zweiten Weltkrieges ihr Potential nicht voll ausschöpfen und wurde nach 1945 zerschlagen. Davon unbeeindruckt, kehrte Hobbs auf den schottischen Whisky-Markt zurück, beseelt von dem Gedanken, den stetig wachsenden „Giganten“ der Branche etwas entgegen zu setzen. Bereits in den 1930er Jahren hatte er die „Mcnab Distilleries“ gegründet, damals Mittel zum Zweck im Rahmen des (gescheiterten) Kaufs der Glen Mavis Brennerei. 1955 kaufte er unter dem Namen ebendieser „Mcnab Distilleries“ die Ben Nevis Brennerei und ließ sie mit einer Coffey Still ausrüsten, um dort neben Malt auch Grain Whisky brennen zu können. 1957/1958 ließ er die Gärbottiche aus Oregon Pinie durch Gärbottiche aus Zement ersetzen, die allerdings buchstäblich aufgrund der Korrosion nicht bestanden. Ebenfalls 1957 erwarb er die Lochside Brauerei und errichtete dort ebenfalls eine Malt und Grain Destillerie. Damit war er vollständig unabhängig und konnte in Eigenregie brennen, blenden, abfüllen und verkaufen.
Als Joe Hobbs 1964 verstarb, lief der Brennbetrieb noch einige Jahre weiter, bis die „Mcnab Distilleries Ltd.“ 1973 von der Spanischen „Destilerías y Crianza del Whisky S.A.“, DYC gekauft wurden (die subsequent von den Allied Distillers übernommen wurden, woraus „Allied Domecq“ entstand, die 2005 schließlich von „Pernod Ricard“ aufgekauft wurden). 1981 veräußerte Joseph Hobbs Jr. die Ben Nevis Destillerie an die „Long John Distillers International“, immer noch Tochterfirma der „Seager Evans Ltd.“, die damals aber bereits zu „Whitbread“ gehörten. Im Zuge der Stilllegung, dem nachfolgenden Besitzerwechsel und verschiedenen Renovierungsarbeiten wurde die Coffey Still wieder abgebaut (wobei sich hier die Geister scheiden, in welchem Jahr genau die Coffey Still verschwand, 1971, 1981 oder zwischen 1981 und 1984). Nur zwei Jahre nach den letzten großen Renovierungsarbeiten schloss man die Ben Nevis Destillerie 1986 erneut. 1989 schließlich folgte der vorerst letzte Besitzerwechsel zu den Japanischen „Nikka Distillers“, die seit 1990 in Ben Nevis wieder produzieren.
Das Wasser für den Ben Nevis Whisky stammt aus zwei Seen, dem Coire Leis und dem Coire na’Ciste, die ein ganzes Stück weit den Ben Nevis hinunter ihr Wasser über den Allt a’Mhuilinn zur Brennerei transportieren. Gebrannt wird mit vier vergleichsweise großen Brennblasen (die Rohbrandblase fasst gut 36.000 L, die Feinbrandblase knapp 28.000 L), dazu besitzt Ben Nevis einen Maisch- und acht Gärbottiche, sechs davon aus Edelstahl, zwei hölzern. Gelagert wird der Ben Nevis Whisky vor Ort in den sieben Lagerhäusern, sechs davon traditionelle Dunnage Warehouses, eines modern mit Regalen ausgestattet.
Seit 1991 gibt es dort auch ein Besucherzentrum, errichtet in einem alten Lagerhaus und einer alten Abfüll-Halle von 1862. Das Herzstück der Destillerie ist seit 1996 die Abfüllung eine zehnjährigen Ben Nevis (46 Vol%), 2002 erschien der erste 40-jährige „Blended at Birth“ Ben Nevis (40 Vol%), 2015 folgte ein Weiterer (diesmal als Single Blend), um das Jahr 2006 kam ein „Ben Nevis Port Wood Finish“ auf den Markt, seit Beginn des neuen Jahrtausends gibt es den „Dew of Ben Nevis Blue Label“ Blend (40 Vol%) ohne Altersangabe und einmal als zwölf- und als 21-Jährigen. Darüber hinaus sind immer wieder eine Reihe Abfüllungen Unabhängiger, darunter von „Douglas Laing“, „Ian MacLeod“, „Duthies“ oder „Sigantory“ erhältlich.

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